Dritter Vortrag
Nun, wenn Sie dies festhalten, dann werden Sie weiter einsehen können, wie der Mensch überhaupt sich in das ganze Weltenall hineinstellt, wie der Mensch als Mikrokosmos mit dem ganzen Weltenall, mit dem Makrokosmos zusammenhängt. Vergegenwärtigen wir uns das, was ich gesagt habe, einmal schematisch. Sagen wir also: Unser Geistwesen steht nach dem Tode innerlich im Zusammenhange mit den Wesen der dritten Hierarchie, mit den Wesenheiten der zweiten Hierarchie, mit den Wesenheiten der ersten Hierarchie, so wie es äußerlich hier in Zusammenhang steht mit Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich, aus denen es sich selber aufbaut. Nun besteht aber ein anderer Zusammenhang. Wenn Sie kennenlernen alles dasjenige, was die Wesenheiten der dritten Hierarchie zunächst wirken — sie haben noch andere Aufgaben, aber wir sprechen ja immer nur partieweise von den Dingen, nicht wahr, es sind ja die Wesen der dritten Hierarchie einzelne individuelle Wesen, die jedes einzeln für sich, und auch durch ihre Wirkungen zusammen tätig sind, die etwas hervorbringen, etwas schaffen -, wenn Sie sich vergegenwärtigen, was diese Wesenheiten der dritten Hierarchie wirken, so ist das zunächst alles dasjenige, zunächst sage ich, was vorgeht im geschichtlichen Leben der Menschheit (siehe Zeichnung Seite 57). Sie können den Gedanken auch so fassen: Niemand weiß etwas von der Wirklichkeit des geschichtlichen Lebens der Menschheit, der nicht eine Ahnung davon hat, daß dasjenige, was eigentlich Geschichte ist, in Wirklichkeit nicht von den Menschen gemacht wird, sondern von den Wesenheiten der dritten Hierarchie. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie - Angeloi, Archangeloi, Archai - machen eigentlich die Geschichte, und der Mensch nimmt Teilan dem Werk dieser dritten Hierarchie, indem er daraus in der charakterisierten Weise sein Bewußtsein als Persönlichkeit hat, sein Bewußtsein als Mensch, als geschichtliches Erdwesen. Also daß der Mensch drinnensteht in der Welt, das ist, weil diese Wesenheiten das geschichtliche Leben machen, und der Mensch das, was er innerlich ist und wodurch er innerlich zusammenhängt mit dem geschichtlichen Leben, wiederum von diesen Wesenheiten hat. Das äußere geschichtliche Leben, das die landläufige Geschichte verzeichnet, das ja im wesentlichen doch eine Fable convenue ist, das ist nur ein Abbild von dem innerlich geschichtlichen Leben, das geschaffen wird in seinem Werdegange von den Wesen der dritten Hierarchie.
Cite:
GA 184/1918-09-08/p007 · edition original