{"corpus":"steiner","locus":"GA 184/1918-09-08/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dieser Gedanke liegt zugrunde jenen Spiritualisten, von denen ich Ihnen gestern gesprochen habe. Ich habe Ihnen gesagt: Die englischen Spiritualisten werden in Zukunft einen großen Kampf auszufechten haben gegen die gesamte englische Volkskultur. Die Blüte dieser Volkskultur ist der Utilitarismus; und dasjenige, was dieser Utilitarismus herausgetrieben hat bei Bentbam, das ist im wesentlichen der Grundsatz, den man nannte die Maximation des Glückes. Immer mehr wird dieser Utilitarismus das Denken erfüllen. Daher wird dieses Denken nur durch die Opposition der spirituell Gesinnten zur Spiritualisierung kommen können. Das ist die Perspektive der Zukunft: Die spirituell Gesinnten werden dort die Volkskultur zu überwinden haben, sie zu überwinden haben bis zur Vernichtung. Deshalb konnte ich Ihnen anführen, daß Bentham, der aus der Volkskultur heraus zu dem Grundsatze gekommen ist, das Gute auf der Erde bestünde in der Glückseligkeit der größten Anzahl von Menschen, seine heftigsten Gegner hat in den spirituell Gesinnten seines eigenen Landes, die ihm sagen: Das ist eine rein teuflische Definition, denn diese Definition kann man nur machen, wenn man nichts bedenkt als die bloße Gegenwart. Denkt man ein wenig an die Zukunft der Entwickelung, so weiß man, daß der Gedanke ganz unerträglich ist: Glückseligkeit der größten Anzahl, weil das Gegenteil wäre: die Glückseligkeit der geringsten Anzahl, und das müßte das Böse sein. Aber Böses und Glückseligkeit haben nichts miteinander zu tun; denn in der Zukunft wird dadurch, daß der Mensch sich im Pflanzenreich stehend fühlt, sich als Glied der ganzen Menschheit fühlt, dieses Gegenteil eine Unmöglichkeit sein. So wie heute ein wichtiges organisches Glied dem Menschen nicht einfach ausgeschnitten werden kann, ohne daß der ganze Menschenorganismus zugrunde geht, so wird künftig, wenn die Erde im Pflanzenreich steht, nicht eine bestimmte Gruppe von Menschen leidensvoll sein können, ohne daß das Ganze leidet. Das ist ein bestimmter Entwickelungszustand, der kommt. Und weil durch Bentham eine Definition des Glückes gegeben wird, die gar keine Zukunft hat, die nur Gegenwart hat, muß sie bekämpft werden gerade von denjenigen, welche die Spiritualität anstreben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-09-08","location":null,"word_count":327,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-09-08/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-09-08/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/184/1918-09-08/p017","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}