Dritter Vortrag
Das alles tragen die Menschen der Gegenwart in sich, aber unbewußt natürlich; es ist ins Unterbewußte hinuntergezogen. Jetzt geben sie sich dem Glauben hin, daß Geschichte etwas ist, was die Menschen auf der Erde gemacht haben. Da kommt eine merkwürdige Seelenverfassung zustande, die ich Sie bitte, ganz genau auf sich wirken zu lassen. Wenn wir auf eine solche Seele in der Gegenwart hinblicken würden, so würden wir sagen, diese Seele lehnt es ab, sich ins geschichtliche Leben der Menschheit in Wirklichkeit hineinzustellen, sie sagt: Ich will nichts wissen von den Taten der Archai, der Erzengel, der Engel; ich will nur aus äußeren Zeugnissen wissen, was die Menschen gemacht haben seit jenen alten Zeiten. - Aber dadurch kann sich eine solche Seele nicht weiterentwickeln, dadurch bleibt eine solche Seele in Wirklichkeit auf dem Standpunkte stehen, auf dem sie gestanden hat in der alten ägyptischen Zeit; sie hat nur die Reife einer Seele der alten ägyptischen Zeit, sie läßt sich nicht ein darauf, die Wirklichkeit zu ergreifen. Die Engel, Erzengel und Archai, sie haben sich weiterentwickelt, sie haben das gemacht, was von der Menschheit seither erlebt werden konnte. Solch eine Seele sagt: Was die Hierarchien schon gemacht haben da oben in der geistigen Welt, darauf lasse ich mich nicht ein; ich lasse mich nur auf meine eigenen Fähigkeiten ein. - Die Fähigkeiten sind aber keine andern als die, welche sie auch schon hatte während der alten ägyptischen Zeit.
Cite:
GA 184/1918-09-08/p030 · edition original