Dritter Vortrag
Wenn aus dieser Lage der Seele heraus eine Weltanschauung entsteht, was entsteht dadurch? Der Mensch ignoriert seine eigene Wirklichkeit, er gibt nicht zu, daß er in ein hohes Geistesreich hinaufragt, trotzdem er wirklich hinaufragt, sondern er gibt nur zu, daß er im Reiche der Menschen darinnensteht. Diese Seelenverfassung ist erst klar zutage getreten in dem, was ich in diesen Tagen das Industriezeitalter genannt habe. Erst das Drinnenstehen der Menschen im ganzen industriellen Leben hat sie dazu geführt, völlig innerhalb einer Weltanschauung die Tatsache zu ignorieren, daß der Mensch in die geistige Welt hinaufragt, und nur mit den äußeren Taten der Menschen zu rechnen. Das ist etwas Bedeutsames. Man kann die Gegenwart nicht verstehen, wenn man nicht weiß, daß es heute zahlreiche Menschen gibt, die mit ihrer Weltanschauung in die achte Sphäre hineinragen, und diese Tatsache ignorieren, das heißt: alle Schäden über die Erde bringen, die das Hineinragen in eine Weltensphäre bringt, wenn man ihr Dasein leugnet. Denn dadurch, daß der Mensch leugnet, in die achte Sphäre hineinzuragen, in die achte Bildungsstufe hineinzuragen, schließt er sich aus von den guten Wesen dieser Bildungsstufe und liefert sich an den ahrimanischen Geist der betreffenden Bildungsstufe aus. Sein Denken wird, statt göttlich oder geistig, ahrimanisch.
Cite:
GA 184/1918-09-08/p033 · edition original