{"corpus":"steiner","locus":"GA 184/1918-09-08/p045","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist nur ein Beispiel. Ich könnte Ihnen zahlreiche vorführen von Dingen, die trösten, wenn man bestürzt ist über Wahrheiten, die, wenn man ein Herz hat für das Leben der Menschheit, donnerähnlich einschlagen in das Gemüt. Aber wenn man dann die Dinge im Konkreten studiert, wenn man dann auf die Hand schaut einem solchen, wie es Karl Marx ist, von dem man weiß, sein Geist wirkt ahrimanisch, und ihn frägt: Wie verfährst du im einzelnen? — dann ist es schon so, daß man auf das Ahrimanische kommt, und daß man fühlt: Du darfst solche Wahrheiten dir gestehen. — Ich wollte Ihnen nur ein Beispiel hier anführen. Es ist ja im Grunde genommen auch nicht leicht, sich sagen zu müssen: Alles dasjenige, was wie anachronistisch in die Welt hereinragt heute, es ragt dadurch herein, daß die Menschen sich herausstellen aus der geistigen Welt, die ihnen dadurch zur achten Sphäre wird, und daß sie die Welt nur geschöpflich nehmen. - Wenn Sie dies nehmen, dann werden Sie schon mit allem Schwergewicht empfinden, was es heißt, wenn ich immer wieder und wiederum betone: Es kommt heute gar nicht darauf an, daß ein Mensch inhaltlich etwas Schönes sagt, etwas, was man zugeben kann, sondern es kommt darauf an, was aus dem, was man sagt oder tut, wirklich wird. Ich muß immer wieder und wiederum erzählen, wie von mir immer von neuem der Versuch gemacht worden ist - Sie wissen, ich sage das nicht aus irgendeiner albernen Eitelkeit heraus -, darauf aufmerksam zu machen, wie es nicht darauf ankommt, daß man diesen oder jenen Gedankeninhalt hat, sondern daß man darauf sieht, wie dieser oder jener Gedankeninhalt wirkt. Sie können einen Gedanken haben, der wunderschön ist. Wenn Sie aber keine Ahnung haben, wie der Gedankeninhalt in der Wirklichkeit wirkt, so kann er das Entgegengesetzte bewirken. Ich versuchte an verschiedenen Beispielen solche Dinge klarzumachen, schon seit Jahren. So zum Beispiel im Anfange des Jahrhunderts, des 20. Jahrhunderts, hielt ich einmal einen Vortrag, in dem ich sagte — ich fasse jetzt vieles, was damals auseinandergesetzt worden ist, in wenige Worte zusammen, weil ich nur illustrieren will -: Es gibt heute Leute, mehr als es je gegeben hat, die sind programmäßig Pazifisten, reden sehr schön über die Führung der Menschheit von ihrem pazifistischen Standpunkte. Noch niemals eigentlich hat der Pazifismus solchen Umfang angenommen wie in dieser Zeit - also ich redete im Anfang des Jahrhunderts. Und das ist, sagte ich, das deutliche Zeichen, daß wir vor dem größten Kriege der Menschheit stehen. - Denn so unreal zu denken über menschliche Zusammenhänge, wie man innerhalb dieser Kreise gedacht hat, so sehr nur auf den Inhalt der Gedanken zu gehen, so wenig ein Bewußtsein davon zu haben, wie die reale Wirksamkeit desjenigen ist, was in der Seele lebt, das man nur erkennen kann durch die ganze Weltperspektive, so war man früher nicht. Das tut man erst im Zeitalter, in dem sich alle die Dinge ausbreiteten, von denen wir jetzt gesprochen haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-09-08","location":null,"word_count":490,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-09-08/p045","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-09-08/p045"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/184/1918-09-08/p045","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}