Vierter Vortrag
Nun wissen wir — wenn wir schematisch zeichnen das Kosmische der Vergangenheit bis zum heutigen Zeitpunkt (violett) —, nachdem wir so viel gesprochen haben über das sogenannte Gesetz von der Erhaltung der Kraft oder des Stoffes, das es ja nicht gibt! -, daß gewissermaßen dasjenige, was rein natürlich real in der Gegenwart ist, aufhört bis auf den Stoff hin. Wir wissen: Dasjenige, was heute bloß geistig anschauliche Gegenwart hat, ist Keim auch für das Stoffliche der Zukunft (rot). - Wenn wir die Dinge geistig anschauen, so müssen wir sagen: All dasjenige, was nun Vergangenheitsordnung ist, das ist herausgeflossen aus dem Geistigen. Das Herausgeflossene wird sein Ende finden. Was Zukunftsordnung ist, fließt erst heraus aus dem Geistigen. Es könnte sich niemals zur Naturordnung festsetzen, wenn es Erhaltung der Kraft und des Stoffes gäbe. Aber das ist der stärkste aller Aberglauben, die jemals existiert haben, daß es eine Erhaltung des Stoffes und der Energie gäbe. Das Geistige, das sich heute ankündigt in bloßen Gedanken, das ist ebenso der Keim für die Naturordnung der Zukunft, wie der kleine Pflanzenkeim, der sich in der Pflanze des heurigen Jahres erst ankündigt, der Keim ist für die Pflanze des nächsten Jahres.
Cite:
GA 184/1918-09-13/p021 · edition original