{"corpus":"steiner","locus":"GA 184/1918-09-13/p031","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Diese Dinge hat man immer gefühlt, und so oder so haben sie die Leute ausgesprochen. Wenig wird zum Beispiel bemerkt, daß schon das Alte Testament eine Ahnung wenigstens hat von diesem polarischen Gegensatz des Ahrimanischen und Luziferischen. Ich sage, es wird wenig bemerkt, denn die Menschen lesen so hübsch, wenn sie die Bibel lesen, Kapitel für Kapitel hintereinander, und unterscheiden ja auch da nicht; unterscheiden einen solchen Gegensatz nicht, wie er besteht zwischen dem Buch Hiob und den Büchern Moses. Aber in diesem Gegensatz zwischen den Büchern Moses und dem Buche Hiob liegt schon eine Ahnung jenes polarischen Gegensatzes zwischen Ahrimanischem und Luziferischem, den man auffassen muß. Moses stellt die Frage nach dem Bösen der menschlichen Natur, also nach etwas, wie da — wenn ich so charakterisieren darf — der kosmische Haß, der menschliche Haß so in den Menschen hereinspielt. Nach dem Bösen stellt Moses die Frage. Und er führt dann vor in einem großartigen Bilde den Sündenfall. Wir wissen, daß sich hinter diesem Sündenfall verbirgt das, was wir den Eintritt des Luziferischen in die menschliche Natur nennen. Dann knüpft sich eine gewisse Folgerung, eine gewisse Konsequenz an diese Anschauung des Moses, daß eigentlich von dieser menschlichen Sünde - meinetwillen vormenschlichen Sünde, wenn Ihnen das besser gefällt - alles Unglück und auch der Tod herrührt. So daß man sagen kann, des Moses Anschauung ist: Unglück und Tod sind der Sünde Folge.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-09-13","location":null,"word_count":231,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-09-13/p031","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-09-13/p031"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/184/1918-09-13/p031","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}