Vierter Vortrag

GA 184/1918-09-13/p032 ·1918-09-13 · original (original)
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Die radikal entgegengesetzte Anschauung ist die des Buches Hiob. Da haben Sie erstens nicht eine Schlange, sondern ein rein geistiges Wesen, ein ahrimanisches Wesen, welches herankommt an das göttliche Wesen selbst. Und da handelt es sich bei Hiob nicht um einen Menschen wie bei Adam, der der Sünde verfallen kann, sondern getade um einen, der «gerecht» sein soll. Und wodurch will denn dieses Wesen, das an den Gott herantritt, erreichen, daß Hiob sündig wird? Dadurch, daß es Unglück über ihn bringt! Es ist genau das Umgekehrte: Dieses Wesen will Unglück bringen über den Hiob, auf daß er sündige. Das Unglück ist schon da, und vom Unglück soll die Sünde kommen. Bei Moses soll das Unglück von der Sünde kommen, im Buch Hiob die Sünde vom Unglück: Dieser Gegensatz wird gefühlt. Schon da spielt ein gewisser geahnter Dualismus hinein. Es ist ein radikaler Gegensatz in der Anschauung zwischen dem mehr heidnischen Buch Hiob und dem voll jüdischen Buche des Moses. Aber wie gesagt, die Dinge werden so hintereinander gelesen, ohne daß man auf sie immer achtet.

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Cite: GA 184/1918-09-13/p032 · edition original