Vierter Vortrag
‚Aber man darf bei der Natur nicht stehenbleiben. Man braucht dann ein Korrelat, man braucht ein Ergänzendes. Derjenige, der so über die Natur redet, würde wiederum zum Phantasten, wenn er bloß die Natur so auffassen würde, und wenn er nicht auch auf der andern Seite erklären würde: Auch das, was neuere Philosophie als Geist der Natur gegenüberstellt, ist Halluzination, auch bei dem darf nicht stehengeblieben werden. Indem dasjenige, was heute lebt, sich langsam entwickelt hat, hat die Menschheit die verschiedensten Stadien durchgemacht, um nach und nach übend aufzurücken, möchte ich sagen, zum Stehen der menschlichen Seele in der Geist-Erfassung.Und da kann man drei Stufen unterscheiden. Wie man sagen kann, daß die Naturauffassung heute noch etwas recht Verworrenes hat, und hinstrebt nach den Stufen der Erkenntnis, die geschildert sind in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» als Imagination, Inspiration und Intuition, so kann man sagen, hat sich nach und nach das Menschlich-Seelische intellektuell herausgebildet durch drei Stufen zum wirklichen Stehen im Geiste, zum wirklichen Erfassen im Geiste.
Cite:
GA 184/1918-09-13/p036 · edition original