Vierter Vortrag
Und ein drittes wird bestehen. Niemals kann man durch bloße Diskussionen so etwas überwinden wie den Dualismus, sondern nur dadurch, daß man die Tatsachen ins Auge faßt, aber dann die vollständigen Tatsachen, und zu der Zweiheit ein drittes findet. Daher muß das Symbolum, das dies ausdrückt, eine Trinität ausdrücken. Wir sind natürlich uns heute klar, daß Begriffe wiederum nur so etwas, was oben schwimmt, ausdrücken. Aber man muß Begriffe haben; überschätzt man sie nicht, so richten sie keinen Schaden an. Wir sprechen hier von dem Normalmenschlichen, von dem Luziferischen und dem Ahrimanischen, und stellen das auch dar: es soll Mittelpunktsdarstellung unseres Baues sein. Daß eine Anschauung, die in einer Dreigliedrigkeit verläuft, da sein müsse, das ahnte auch Auguste Comte, indem er jene Trinität aufstellt, von der ich Ihnen neulich gesprochen habe. Diese wahre Trinität, welche Geistanschauung und Naturanschauung umfassen wird und dadurch wirklich den Dualismus überwinden wird, muß die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft in sich enthalten. Daher kann man nicht, ohne ernsthaftig einzugehen auf alle Licht- und Schattenseiten des heutigen Naturforschens, des heutigen Geistforschens, auch zu wirklicher anthroposophischer Geisteswissenschaft kommen. Man muß die Dinge schon ernst nehmen. Mit dem bloßen Zusammenwerfen und dem Theorienbilden über das Zusammengeworfene wird dem Ernst der heutigen Zeit gegenüber nichts getan sein.
Cite:
GA 184/1918-09-13/p039 · edition original