Sechster Vortrag

GA 184/1918-09-15/p013 ·1918-09-15 · original (original)
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Wenn Sie das ins Auge fassen, was ich jetzt eben gesagt habe, dann können Sie sagen, ich hätte gestern versucht, Ihnen das Menschenwesen zu schildern rein in der Zeit, und es spielte der Zeitbegriff in der gestrigen Schilderung des Menschenwesens eine sehr, sehr erhebliche Rolle, eine solche Rolle, daß es ja von der Zeit abhängt, ob man ein gewisses Begreifen hat, nämlich von der Zeit, die man durchlebt hat bis zur Greisenhaftigkeit, oder die man noch nicht durchlebt hat, bei der man sich noch in der Kindhaftigkeit befindet. Alles das, was wir gestern auseinandersetzten, war im strengsten Sinne auf den Zeitbegriff gebaut. Da haben wir im Lichte des Geistigen geschildert, was leiblich-seelisch dem Menschenwesen zugrunde liegt. Heute habe ich dasjenige geschildert, was geistig-seelisch dem Menschen zugrunde liegt. Und das kann nur geschildert werden, wenn man es in der Region der Dauer schildert, wenn man es so schildert, daß man — was ja schwierig ist - doch darauf führt, daß auf diese Region, in der wir sind als geistig-seelischer Mensch, der Zeitbegriff gar keine Anwendung hat.

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Cite: GA 184/1918-09-15/p013 · edition original