{"corpus":"steiner","locus":"GA 184/1918-10-04/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In bezug auf das geschichtliche Leben sind es immer luziferische Kräfte, die uns große, aber mit der Menschennatur nicht rechnende Weltenträume aushecken lassen. Wieviel ist ausgeheckt worden im Laufe des menschlichen Denkens an Weltbeglückungsideen! Und nach der Überzeugung derjenigen, die solche Weltbeglückungsideen aushecken, kann die Welt eben nur glücklich werden durch diese Ideen. Es rührt das davon her, daß solches luziferisches Denken perspektivischer Art ist, sich in die Vogelperspektive erhebt und all dasjenige, was da drunten herumwimmelt, unberücksichtigt läßt und glaubt, nach den Linien der Gedanken, die in der Vogelperspektive gefaßt werden, ließe sich die Welt einrichten. Solche Weltbeglückungsideen, die eben immer auf mangelnder Menschenkenntnis beruhen, sind luziferischer Art. Weltmachtsträume, die aus gesonderten menschlichen Gebieten herkommen, sind ahrimanischer Art. Denn aus dem Unterbewußten herauf entwickeln sich diese Weltmachtsträume. Ahrimanisch ist es, ein gewisses Gebiet des menschlichen Daseins zu umfassen und in diesem einzelnen Gebiet eigentlich die ganze Welt umspannen und umfassen zu wollen. Alles, was mit Herrschaftsgelüsten des Menschen über andere Menschen zusammenhängt, alles, was einem gesunden sozialen Wollen widerstrebt, ist ahrimanischer Natur. Derjenige Mensch, von dem man sagen könnte aber jetzt nicht im abergläubischen, sondern in unserem Sinne -, daß er von Luzifer besessen ist, verliert das Interesse für seine Mitmenschen. Derjenige Mensch, der von Ahriman besessen ist, möchte möglichst viele Menschen beherrschen, geht dann darauf aus, wenn er klug ist, die menschliche Schwäche zu benützen, um gerade durch die menschliche Schwäche die Menschen zu beherrschen. Denn das ist ahrimanisch: im Unterirdischen, im Unterbewußten menschliche Schwächen aufzusuchen, um die Menschen zu beherrschen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-10-04","location":null,"word_count":253,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-10-04/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-10-04/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/184/1918-10-04/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}