Dreizehnter Vortrag
Nun, daß die Vorfahren sich Gespenster vorgestellt haben und daß Gespenstervorstellen ein Aberglaube ist, das gesteht der moderne Mensch in seinem Urteile über die Alten zu, leckt sich die Finger ab in Selbstzufriedenheit und findet sich gescheit. Daß in noch älteren Zeiten die Menschen durch die Gespenster die geistige Welt vorgestellt haben, das zu erkennen, darauf läßt er sich nicht ein, denn die geistige Welt interessiert ihn heute nicht besonders, nur die natürliche Welt. Und so fühlt er sich unendlich erhaben über die Vorfahren, indem er aus seinem Bewußtsein heraus sich Vorstellungen bildet über die Natur. Das Zeitalter der Bewußtseinsseele verlangt aber etwas anderes von uns, als die Vorfahren gekonnt haben. Wir müssen uns aufklären über das, was wir eigentlich haben, wenn wir die Naturanschauung haben.
Cite:
GA 184/1918-10-11/p010 · edition original