{"corpus":"steiner","locus":"GA 186/1918-12-08/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Betrachten wir nun einmal nach den wichtigsten, sagen wir durch die Sprache zum Ausdruck kommenden europäischen Differenzierungen, die verschiedenen Impulse, die der zivilisierten Welt zugrunde liegen. Ich habe Ihnen ja öfter ausgeführt, wie in der englisch sprechenden Bevölkerung die eigentliche Keimanlage zur Ausbildung der Bewußtseinsseele liegt. Das ist wichtig, daß man das ins Auge faßt. Damit hängt ja alles das zusammen, was, wenn man so sagen darf, aus der Welt unter dem Einflusse der englisch sprechenden Bevölkerung wird. Mit all den Impulsen, die gerade zur Herbeiführung der Bewußtseinsseele führen, ist das Volkstum - ich rede niemals vom einzelnen Menschen, sondern vom Volkstum — der englisch sprechenden Bevölkerung ausgestattet. Das ist nun so, daß dort in ganz anderer Weise als bei der anderen Menschheit diese Hinneigung zur Bewußtseinsseele instinktiv auftritt. Es lebt nirgends in der Welt dieser, ich möchte sagen, vergeistigte Instinkt, die Bewußtseinsseele auszubilden, so, wie im englischen Volkstum. Da ist es Instinkt. Und nirgends sonst ist die Sache Instinkt, selbst nicht in dem der englisch sprechenden Bevölkerung eingegliederten Romanentum. Das Romanentum ist eigentlich Nachkömmling desjenigen, was wirklich gelebt hat in der vierten nachatlantischen Zeit. Damals hatte dieses Romanentum die Instinkte für das, was in der vierten nachatlantischen Zeit besonders entwickelt worden ist. Jetzt sind seine Instinkte nicht mehr in derselben Weise elementar, sondern sie sind rationalisiert, intellektualisiert; sie treten auf als Rhetorik, durch den Intellekt, durch das Seelische, als dekorative Form. Sie sind herausgehoben aus dem Instinktiven. Dasjenige, was als, ich möchte sagen Volkstemperament im Romanentum auftritt, ist durchaus verschieden von dem, was als Volkstemperament beim englischen Volkstum auftritt. Beim englischen Volkstum ist dieses Hintendieren zur Bewußtseinsseele, dieses Streben des einzelnen Menschen, sich auf die eigenen Füße zu stellen, Instinkt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-12-08","location":null,"word_count":281,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/186/1918-12-08/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/186/1918-12-08/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/186/1918-12-08/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}