{"corpus":"steiner","locus":"GA 186/1918-12-08/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Jeder Mensch muß, um zum wirklichen, der ganzen Menschheit dienenden Okkultismus zu kommen, aus seinem Volkstum herauswachsen, er muß in gewisser Weise — wir dürfen da den indischen Ausdruck gebrauchen - ein «heimatloser» Mensch werden. Er darf sich nicht zu irgendeinem Volkstum mit Bezug auf das innerste Wesen seiner Seele rechnen, er darf nicht solche Impulse haben, die nur einem einzelnen Volkstum dienen, wenn er in wirklichem Okkultismus fortschreiten will. Aber jener Okkultismus, der eingeschränkt einem bestimmten Volkstum dienen will, der kommt beim Hüter der Schwelle zu etwas ganz Besonderem. Für alle diejenigen, die innerhalb jener Gesellschaften der englisch sprechenden Bevölkerung okkulte Entwickelung suchen, enthüllt sich etwas beim Hüter der Schwelle: Sie entdecken in dem Augenblicke, wo sie die Schwelle überschreiten wollen, was in der tieferen menschlichen Natur, die zum Vorschein kommt, wenn man eben die übersinnliche Welt betritt, an Kräften lebt, die gleichartig mit den zerstörenden Kräften des Weltenalls sind. Das ist der Anblick beim Hüter der Schwelle. Wenn diese Menschen in eine solche okkulte Gesellschaft eingeführt werden bis zu der Schwelle hin, dann lernen sie die bösen Mächte von Krankheit und Tod, von allem Lähmenden und Zerstörenden erkennen. Denn wenn dieselben Kräfte, die draußen in der Natur den Tod bewirken, die also die zerstörenden sind — sie wirken ja auch in uns -, wenn diese Kräfte in uns Erkenntnis bewirken, so ist es die Erkenntnis, die in jenen Gesellschaften auftritt. Es ist eine okkulte Erkenntnis. Es ist die spezifisch okkulte Erkenntnis, die in diesen Gesellschaften auftritt. Man kommt in die übersinnliche Welt ganz sicher hinein, man muß nur am Hüter der Schwelle vorbeikommen. Aber man muß am Hüter der Schwelle so vorbeikommen, daß man die Erfahrung macht, den Tod in seiner wahren Gestalt kennenzulernen, wie er in uns selbst und draußen in der Natur lebt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-12-08","location":null,"word_count":297,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/186/1918-12-08/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/186/1918-12-08/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/186/1918-12-08/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}