Achter Vortrag

GA 186/1918-12-13/p006 ·1918-12-13 · original (original)
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Nun dürfen Sie, wenn Sie auf so etwas den Blick richten, folgendes nicht außer acht lassen. Sie müssen sich klar sein darüber: Solange etwas instinktiv wirkt, wirkt es mit einer gewissen Sicherheit. — Nennen Sie es «göttliche Ordnung», nennen Sie es «Naturordnung», wie Sie wollen, Instinkte sind etwas, was mit einer gewissen Sicherheit durch die Menschheitsentwickelung hindurch wirkt, woran sich mit Gedanken nicht rütteln läßt, respektive woran mit Gedanken nicht gerüttelt wird. Und das Unsichere beginnt erst dann, wenn dieselben Gegenstände, auf deren Gebieten vorher die Sicherheit der Instinkte gewirkt hat, nun durchdrungen werden von dem menschlichen Nachdenken, von dem menschlichen Intellekt. Und erst nach und nach gewinnt der Mensch — man kann sagen, wenn er die mannigfaltigsten Irrtümer durchgemacht hat -, in bewußter Art dann jene Sicherheit, die er vorher für andere Verhältnisse durch den Instinkt gehabt hat.

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