{"corpus":"steiner","locus":"GA 186/1918-12-13/p031","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Von diesem Gesichtspunkte aus müssen die Dinge ins Auge gefaßt werden. Denn der moderne Mensch muß dreierlei Dinge kennenlernen, weil er naturgemäß zu diesen dreierlei Dingen geführt wird, differenziert nach Westen, Mitte und Osten, so wie ich es Ihnen das letztemal charakterisiert habe. Aber er wird naturgemäß in irgendeiner Form zu diesen dreierlei Dingen geführt. Wenn es auch nur der Initiierte sieht, was an diesen drei Punkten vorhanden ist, fühlen, empfinden, in seinen Intellekt aufnehmen — wenn auch nicht in sein Sehvermögen - muß es nach und nach jeder moderne Mensch, wenn er die wirtschaftliche Struktur durchdringen will. Erstens muß der moderne Mensch eine deutliche Empfindung oder wenigstens eine deutliche intellektuelle Vorstellung bekommen von den Kräften, die im Weltenall die Niedergangskräfte, die zerstörenden Kräfte sind. Unter den Kräften, die man gern verfolgt - und man täuscht sich deshalb, weil man sie nur mit den Sympathien des Gernhabens verfolgt -, sind eben die aufbauenden Kräfte. Man will immer aufbauen, aufbauen, aufbauen. Aber in der Welt ist nicht nur Evolution oder Aufbau, es ist auch Involution oder Abbau vorhanden. Wir selber tragen den Abbau in uns. Unser entwickeltes Nervensystem, Gehirnsystem, ist in fortwährendem Abbau begriffen. Abbau ist in der Welt. Mit diesen Kräften des Abbaus muß der Mensch bekannt werden. Vorurteilslos und unbefangen muß er sich sagen: Gerade auf dem Wege, der sich in dem Zeitalter entwickelt, in dem die Bewußtseinsseele voll erwachen soll, sind am wirksamsten die Abbaukräfte. Sie konzentrieren sich manchmal, sie konsolidieren sich, diese Abbaukräfte, und dann entwickelt sich so etwas wie diese letzten viereinhalb Jahre. Da zeigt sich der Menschheit in konzentriertem Zustande etwas, was auch sonst immer vorhanden ist. Aber das muß nicht unbewußt und instinktiv bleiben, das muß gerade in diesem Zeitalter voll bekannt werden. Die Abbaukräfte, die Todeskräfte, die lähmenden Kräfte — der Mensch wendet gern sein Antlitz von ihnen ab; dadurch aber macht er sich blind und lernt nicht mitarbeiten an der Evolution, weil er die Abbaukräfte flieht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-12-13","location":null,"word_count":324,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/186/1918-12-13/p031","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/186/1918-12-13/p031"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/186/1918-12-13/p031","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}