Neunter Vortrag

GA 186/1918-12-14/p004 ·1918-12-14 · original (original)
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Nun muß man sich eben daran gewöhnen, über das Wahrheitfinden andere Vorstellungen zu haben, als man gewöhnt ist, und das ist es ja, was vielen unserer Zeitgenossen so schwer macht, den notwendigen Weg zu gehen von dem gewöhnlichen, heute üblichen Denken zur anthroposophischen Geisteswissenschaft. Der Mensch fragt heute so leicht: Kann man das eine oder das andere beweisen? - Gewiß, die Frage ist sehr berechtigt. Aber man muß diese Frage auch vom Wirklichkeitsstandpunkt aus ins Auge fassen. Wenn dabei gemeint ist: Kann man nach den Begriffen, die man schon gewonnen hat, kann man nach den landesüblichen Begriffen, die man durch seine Erziehung, dutch sein Leben aufgenommen hat, dasjenige, was der Geistesforscher vorbringt, in irgendeiner Hinsicht beweisen? — dann geht man vielfach in die Irre; denn die geisteswissenschaftlichen Resultate sind aus der Wirklichkeit herausgeholt.

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