{"corpus":"steiner","locus":"GA 186/1918-12-14/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Jetzt aber kommt das Wichtige, und dieses Wichtige besteht darin, daß man nicht bloß begriffslogisch vorgeht, denn begriffslogisch läßt sich gegen die straff geschürzten Sätze von Karl Marx furchtbar wenig anführen, sondern man muß lebenslogisch vorgehen, wirklichkeitslogisch, anschauungslogisch. Dann zeigt sich aber, daß unter dieser Evolution, die seit dem sechzehnten Jahrhundert so stattgefunden hat, daß man sie geschichtsmaterialistisch interpretieren kann, eine wichtige Involution stattfindet, etwas, was unsichtbar, übersinnlich unter dem äußerlich Sinnlich-Sichtbaren verläuft. Und das ist das, was sich auf die-Oberfläche bringen will, was sich herausarbeiten will aus den menschlichen Seelen - gerade der Widerpart des Materialismus. So daß der Materialismus nur so groß wird und so stark wirkt, damit der Mensch sich dagegen aufbäumt, damit er die Möglichkeit findet, das Geistige aus sich heraus zu suchen im Bewußtseinsseelenzeitalter, und es zum Selbstbewußtsein des Geistigen zu bringen. So daß die Aufgabe nicht ist, wie Karl Marx glaubt, einfach die Wirklichkeit anzuschauen und von ihr abzulesen: Die Wirtschaft ist die Wirklichkeitsgrundlage der Ideologie - sondern sich zu sagen: Die Wirklichkeit bietet uns seit dem sechzehnten Jahrhundert nicht dasjenige, was wahrhaftig wirklich ist, sondern das muß im Geiste gesucht werden. Man muß gerade solche soziale Ordnung finden, welche das, was äußerlich erscheint, was äußerlich beobachtet werden kann seit dem sechzehnten Jahrhundert, überwiegt. Die Zeit selbst zwingt dazu, nicht bloß die äußeren Vorgänge zu beobachten, sondern etwas zu finden, was in diese Vorgänge korrigierend eingreifen kann. Man muß dasjenige, was der Marxismus auf den Kopf gestellt hat, wiederum auf die Beine stellen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-12-14","location":null,"word_count":249,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/186/1918-12-14/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/186/1918-12-14/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/186/1918-12-14/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}