Neunter Vortrag
Um was es sich handelt mit Bezug auf die Fragen, die ich zuletzt berührt habe, ist, daß gerade die Untersuchung darauf gehen muß: Wie gestaltet man die soziale Struktur, das soziale Zusammenleben, damit man loslöst die objektive Ware, das Gut, das Erzeugnis, das Produkt, von der Arbeitskraft? Und darauf kommt es an bei allem, was für die Volkswirtschaft angestrebt werden muß, daß das Produkt, das Erzeugnis, so auf den Markt gebracht wird und so zirkuliert, daß losgelöst ist von dem Produkt die Arbeitskraft. Dieses Problem muß gerade volkswirtschaftlich gelöst werden. Wenn man aber ausgeht davon wie von einem Axiom, daß in die Ware hineinkristallisiert ist die Arbeitskraft, daß das nicht trennbar ist, dann verdeckt man sich ja gerade das Hauptproblem, da stellt man ja das, was auf den Füßen stehen soll, auf den Kopf. Man merkt gar nicht, daß die wichtigste Frage, von der das Glück oder Unglück der zivilisierten Welt auf volkswirtschaftlichem Gebiet abhängt und auf die jeder Impuls des Denkers gerichtet sein muß, diese ist: Wie löst sich die objektive Ware, das Gut, ab von der Arbeitskraft, so daß Arbeitskraft nicht mehr Ware sein kann? Das kann man erreichen. Wenn man die Einrichtungen trifft im Sinne jener Dreigliederung, die ich Ihnen vorgetragen habe, so ist dies der Weg, um dasjenige, was objektiv vom Menschen losgelöste Ware, losgelöstes Gut ist, von der Arbeitskraft loszulösen.
Cite:
GA 186/1918-12-14/p030 · edition original