Zehnter Vortrag

GA 186/1918-12-15/p046 ·1918-12-15 · original (original)
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Was weiß heutige Wissenschaft zum Beispiel von einem außerordentlich Wichtigen: Worauf rein materialistisch das Vorstellen beruht, worauf rein materialistisch der Wille beruht nach einer gewissen Richtung hin? — Solche Dinge spreche ich heute aus, weil ich dreißig bis fünfunddreißig Jahre meines Lebens über diese Dinge Forschung getrieben habe, wie ich mit Bezug auf einen anderen Punkt bereits gesagt habe. Die Vorstellung beruht darauf, daß der Mensch in sich im Verlaufe des Blutkreislaufes zum Beispiel innerlich Kohlensäure hat, die noch nicht ausgeatmet ist. Wenn innerlich Kohlensäure zirkuliert, die noch nicht ausgeatmet ist, so ist das das materielle Gegenstück, das materielle Korrelat des Gedankens. Wenn im Menschen Sauerstoff ist, der noch nicht zur Kohlensäure verarbeitet wurde, Sauerstoff, der auf dem Umwege zur Verarbeitung in Kohlensäure, zur Umlagerung in Kohlensäure ist, so ist das, nach einer gewissen Richtung hin, das materielle Korrelat für den Willen. Wo im Menschen Sauerstoff pulsiert, der noch nicht ganz verarbeitet ist und Funktionen hat, da ist materiell der. Wille betätigt. Wo im Innern des menschlichen Leibes schon Kohlensäure ist, die noch nicht ganz so bearbeitet wurde, daß sie ausgestoßen oder ausgeatmet wird, da ist die materielle Grundlage für eine Gedankenform. Aber wie diese beiden Pole, der Gedankenpol, der auch der Kohlensäurepol genannt werden kann, und der Willenspol, der der Sauerstoffpol genannt werden kann, wie diese Pole reguliert werden — das gibt nur eine Wirklichkeitswissenschaft. Nirgends finden Sie solch eine Wahrheit, wie ich sie Ihnen jetzt ausgesprochen habe, in heutigen Büchern. Weil man aber nicht das Denken mit Bezug auf eine solche Wirklichkeit schult, schult man das Denken auch nicht mit Bezug auf das, was notwendig ist für den heutigen Menschen in bezug auf die soziale Struktur. Das aber muß eintreten, das ist der Gegenwart notwendig, und das wird eintreten müssen, daß hinzugerechnet wird zu unserer sozialen Frage das geistig-seelische Sich-Hineinstellen des Menschen in die soziale Struktur.

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Cite: GA 186/1918-12-15/p046 · edition original