Erster Vortrag

GA 188/1919-01-03/p003 ·1919-01-03 · original (original)
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Wie oft mußten wir eigentlich hier betonen, daß die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten, wenn sie ausgesprochen werden, nach der einen oder andern Richtung hin leicht mißzuverstehen sind. Und ich habe Ihnen ja auch von den verschiedensten Gründen gesprochen, aus denen es sicher leicht ist, diese geisteswissenschaftlichen Anschauungen und Erkenntnisse zu mißkennen, mißzuverstehen. Es ist immer wieder und wiederum zu sagen, daß es natürlich ungemein leicht ist, wenn man wenig Gelegenheit gehabt hat, sich in Spirituelles zu vertiefen, da oder dort zu finden, daß die Dinge, die geisteswissenschaftlich zutage treten, nicht voll begründet sind oder dergleichen. Es ist auch ungemein leicht zu sagen: Woher weiß denn der oder jener, welcher geisteswissenschaftlich etwas mitteilt, woher weiß er das? - wenn man nicht darauf eingehen will, das zu durchschauen, was er selbst oftmals darüber vorgebracht hat, von woher er diese Dinge weiß, und man lediglich das Urteil sich bildet nach dem, was man selber weiß. Das ist ja nicht schwer zu sagen: Woher kann der das wissen? Ich weiß es doch nicht! — und dann souverän zu erklären: Dasjenige, was ich nicht weiß, das weiß auch kein anderer, da kann ein anderer höchstens doch nur noch glauben! — Aber ein solches Urteil kommt nur dadurch zustande, daß man sich eben gar nicht darauf einläßt, auf die Quellen einzugehen, aus denen insbesondere in der heutigen Zeit geisteswissenschaftliche Erkenntnisse geschöpft werden müssen.

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