Erster Vortrag

GA 188/1919-01-03/p005 ·1919-01-03 · original (original)
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Ich habe vor kurzem hier, dadurch, daß ich Ihnen die Gedanken Walther Rathenaus vorführte, gezeigt, daß der Geisteswissenschafter schon in der Lage ist, innerhalb der Grenzen, in welcher gegenwärtige Gedankenrichtungen zu würdigen sind, diese Gedankenrichtungen auch wirklich zu würdigen. Aber auffällig ist eben doch diese Zurückweisung des wirklichen geistigen Einschlages, der in unserer Zeit kommen soll. Dieses Ablehnen kann man ja auf Schritt und Tritt erfahren, wenn man aufmerksam ist auf das, was die Leute heute denken. Gewiß, es ist vor viele Menschen in der Gegenwart das Erschütternde der gegenwärtigen Weltenlage getreten; es gibt Menschen, die den ganzen Ernst der gegenwärtigen Zeit zu würdigen verstehen und auch schon seit einiger Zeit zu würdigen verstanden haben. Auch da bitte ich Sie, sich durchaus nicht der Hochnäsigkeit mancher Anthroposophen zu befleißigen und zu meinen, daß Anthroposophie als solche schon eine Anweisung gibt, besser den Ernst der Zeit zu würdigen, als ihn Leute würdigen, die außerhalb der anthroposophischen Bewegung stehen. Denn man möchte auch, daß innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung gar mancher mehr in seinem Gemüte berührt würde von dem Entscheidenden in unserer gegenwärtigen Weltenlage. Man findet nur allzuhäufig gerade innerhalb unserer Reihen Menschen, die heute, trotz des Ernstes der Zeit, nicht auf diesen Ernst hinblicken mögen und lieber sich mit ihrer eigenen werten Persönlichkeit beschäftigen, statt einiges Interesse für die großen Fragen in sich zu erregen, die durch die Menschheit pulsieren.

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