Erster Vortrag

GA 188/1919-01-03/p008 ·1919-01-03 · original (original)
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Glauben Sie, wenn Sie einen richtiggehenden, sagen wir trivial, Vertreter des römisch-katholischen Kirchenbekenntnisses fragen, ob er geneigt sein würde zu glauben, daß die alten Vorstellungen in die katastrophale Zeit hineingeführt haben, daß sie von neuen abgelöst werden müssen, glauben Sie, daß er wirklich geneigt sein würde, an die Notwendigkeit einer Erneuerung derjenigen Vorstellungen zu glauben, welche die Menschheit nicht retten haben können vor dieser furchtbaren Katastrophe? Nein, er würde sagen: Wenn die Menschen nur wiederum richtig römisch-katholisch werden, dann werden sie schon glücklich werden. - Und er wird gar nicht auf den Einfall kommen, sich zu sagen, daß sie doch tausendneunhundert Jahre hindurch Zeit gehabt haben, römisch-katholisch zu sein und dennoch in die Katastrophe hineingekommen sind; daß also zum mindesten die Katastrophe lehren muß, daß man neue Impulse braucht. Das ist nur ein Beispiel für viele. Es ist überhaupt notwendig, gerade mit Bezug auf diesen Punkt rückhaltlos die Zusammenhänge, die da bestehen, vor Augen zu führen.

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Cite: GA 188/1919-01-03/p008 · edition original