Antisocial Impulses and the Threefold Social Organism

GA 190/1919-03-21/p003 ·1919-03-21 · original (original)
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Ich habe schon öfter darauf hingewiesen, wie das Bedürfnis der neueren Menschheit nach einer Sozialisierung der gesellschaftlichen Ordnung gerade aus den in der Gegenwart stärker als in früheren Zeiten hervortretenden antisozialen Impulsen der Menschen entspringt. Die Menschen sind ihrem Empfindungsleben, überhaupt ihrem Seelenleben nach heute wesentlich antisozialer als in früheren Zeiten. Und man möchte sagen: In bezug auf die mehr elementarische, natürliche Entwickelung der Menschheit nehmen die antisozialen Triebe zu. Man kann ferner sagen: Im Laufe der vier letzten Jahrhunderte haben sich die Menschen mehr oder weniger - es liegt dem ja eine geschichtliche Notwendigkeit zugrunde - gewissen antisozialen Impulsen im weiten Umkreise des gesellschaftlichen Lebens überlassen. Und die Gegen Strömung gegen dieses Sich den antisozialen Impulsen Überlassen ist der Ruf nach Sozialisierung. Gerade deshalb flammt im Bewußtsein der Menschen dieser Ruf nach Sozialisierung auf, weil im Unterbewußten der Menschen starke antisoziale Triebe erwachen.

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Cite: GA 190/1919-03-21/p003 · edition original