Antisocial Impulses and the Threefold Social Organism

GA 190/1919-03-21/p018 ·1919-03-21 · original (original)
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Ich kann Ihnen hier nur andeuten, was auf ein weites, weites Feld von Menschenkenntnis führt. Was ich Ihnen angedeutet habe, das schaut aus wie eine Theorie. Aber für unsere Zeit ist es keine Theorie, sondern es gibt heute im Menschen etwas, was im Sinne dessen, was ich eben gesagt habe, empfindet. Es entwickelt sich in der Gegenwart etwas, was in diesem dreigliedrigen Sinne im Menschen empfindet. Der Mensch hat heute im Innersten seines Wesens, ohne daß er das schon vollständig weiß, komplizierte Empfindungen. Er weiß sich durch seinen Kopf als Bürger eines Außerirdischen, er weiß sich durch sein Lungen-Herz-system in einem Verhältnis von Mensch zu Mensch. Da sagt etwas im Inneren des Menschen: Wenn ich einem anderen Menschen begegne, so ist diese Begegnung ein Abbild desjenigen, was in mich verpflanzt wurde auch von Mensch zu Mensch, nämlich durch Vater und Mutter. Durch sein Lungen-Herzsystem fühlt sich der Mensch so recht hineingestellt unter Menschen. Durch sein Stoffwechselsystem fühlt sich der Mensch als ein Glied der Erde, als zur Erde gehörig. Diese dreierlei Empfindungsweisen sind heute schon im Menschen. Aber der Verstand will nicht mit. Der Verstand möchte alles einfach haben, der Verstand möchte, daß man alles auf irgendein Monon zurückführen könne. Und daran kranken die Menschen der Gegenwart. Sie werden erst dann nicht mehr daran kranken, wenn der dreigliedrigen Empfindung im Inneren, die sich wirklich jetzt schon in den Menschen findet, ein dreigliedriger sozialer Organismus entspricht, wenn der Mensch außen ein Spiegelbild seines Wesens findet.

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Cite: GA 190/1919-03-21/p018 · edition original