Antisocial Impulses and the Threefold Social Organism

GA 190/1919-03-21/p030 ·1919-03-21 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Die gewöhnliche Forderung der Sozialdemokraten nach Vergesellschaftung der Produktionsmittel würde natürlich zur Lähmung der geistigen Eigenschaften, der geistigen Begabungen der Menschen führen. Das ist etwas, was unmöglich durchzuführen ist. Denken Sie sich aber nur beispielsweise - natürlich kann man es sich in der mannigfaltigsten Weise variiert denken -: Derjenige, welcher gewisse Begabungen hat für irgendeinen Wirtschaftszweig, der wird in völlig freier Konkurrenz zu Kapital kommen können, nämlich zu erspartem Kapital, das er sich als Darlehen zusammensammelt. Da können natürlich Vermittlungen da sein; ich reduziere gewissermaßen den Vorgang auf die einfachste Form. Der Betreffende wird gewisse Ansprüche stellen für seine geistige Leistung, für seine Führerleistung, für seine Leitung. Wenn einmal ein wirklicher Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschlossen wird - der heute übliche Vertrag ist nur ein Schein-vertrag -, wird der Arbeitnehmer einsehen, daß seine Interessen am besten vertreten sind, wenn der Unternehmer den Betrieb mit seinen individuellen Kräften gut leitet, ohne ihn aber zu besitzen. Und dies ist eben dann möglich, wenn der Unternehmer ursprünglich aus freier Initiative die Forderung für seine geistige Leistung aufstellt und darüber mit den Arbeitern verhandelt. Kann diese Forderung nicht erfüllt werden, muß der Unternehmer mit seiner Forderung eben her-untergehen. Aber die Forderung muß aus völlig freier Initiative ursprünglich gestellt werden. Findet der Unternehmer keine Abnehmer, so muß er, was sich von selbst versteht, heruntergehen. Aber nun muß es dabei bleiben. Er bezieht nun aus dem Unternehmen heraus nichts weiter als den vereinbarten Anteil, der, wenn sich seine Arbeit vergrößert, vergrößert werden kann. Aber es bleibt Zins. Daneben besteht die Produktivität der Produktionsmittel selber, der Profit, der aus dem Betrieb hervorgeht. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge, das, was man durch seine geistige Leistung erwirbt, und das, was aus dem Betrieb herausgeht. Es ist nämlich etwas ganz anderes, mit Produktionsmitteln zu arbeiten, als sein erspartes Kapital in iproduktionsmittel hineinzustecken. Diese Dinge unterscheidet man heute nicht. Diese Dinge werden im gesunden sozialen Organismus unterschieden werden.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/190/1919-03-21/p030.json
Cite: GA 190/1919-03-21/p030 · edition original