{"corpus":"steiner","locus":"GA 190/1919-03-28/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Zunächst werde ich einiges vorzubringen haben, das scheinbar weniger mit den Auseinandersetzungen, die wir jetzt hier pflegen, zusammenhängt: mit den Auseinandersetzungen nämlich über die soziale Frage. Aber es wird sich morgen schon herausstellen, wie dieser Zusammenhang doch vorhanden ist. Ich habe das letzte Mal damit geschlossen, daß ich Ihnen gezeigt habe, aus welchen Gründen Kinder, die in den letzten Jahren, so seit 1912/1913 geboren werden, mitbringen aus ihrem geistigen Leben vor der Geburt, man könnte sagen, eine gewisse ‚Abneigung, in dasjenige sich hineinzuleben, was sie durch die unmittelbaren oder mittelbaren Vorfahren der letzten Jahrhunderte hier auf der Erde vorfinden wie ein Kulturerbgut. Ich habe Ihnen gesagt, daß unter den konkreten Erfahrungen, die man über die geistige Welt machen kann, die ist, daß eine Art Begegnung stattfindet in der geistigen Welt zwischen den Seelen derer, welche jüngst verstorben sind, die also durch die Pforte des Todes hinauf in die geistige Welt zurückkehren, und jenen Seelen, die sich eben anschicken, den irdischen Schauplatz wiederum zubetreten. Welche Zusammenhänge die Menschen gehabt haben mit der geistigen Welt, bevor sie gestorben sind, das wirkt sehr stark nach, wenn die Menschen durch die Todespforte gegangen sind. Das hat insbesondere eine große Bedeutung für unsere Zeit. In unserer Zeit sind nur wenige atavistische Gefühle im Menschen noch vorhanden, die ihn zusammenhängen lassen mit der geistigen Welt. Daher bekommt er Impulse, die er dann hinauftragen kann, nachdem er durch die Todespforte eingetreten ist in diese geistige Welt, nur dann, wenn er sich bewußt in Vorstellungen mit der geistigen Welt befaßt. Es ist schon einmal heute ein größerer Unterschied zwischen solchen Verstorbenen, die von irgendwoher Ideen bekommen haben über die geistige Welt, Ideen, die in wirklicher Gedankenform sind, und solchen Persönlichkeiten, die lediglich in den Vorstellungen unserer materialistischen Kultur gelebt haben. Es ist ein großer Unterschied zwischen diesen Seelen im nachtodlichen Leben, und namentlich empfinden stark diesen Unterschied die Seelen, welche sich eben anschicken, wiederum auf die Erde herunter zur Verkörperung zu kommen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1919-03-28","location":null,"word_count":324,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/190/1919-03-28/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/190/1919-03-28/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/190/1919-03-28/p003","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}