Dritter Vortrag
Heute haben wir die Aufgabe, wiederum zurückzukehren zu der Anerkenntnis von Leib, Seele und Geist. Denn betrachten wir die äußere Welt und unsere menschliche Organisation, insofern sie so wahrgenommen wird wie die äußere Welt, so nehmen wir ein Leibliches wahr. Schauen wir dann in unser Inneres hinein, mögen wir unser Denken, Wollen, unser Fühlen in einer äußeren, oberflächlichen Selbsterkenntnis betrachten, oder mögen wir mystisch tief hinuntersteigen: Wir erleben ein Seelisches — außen Leibliches, innen Seelisches. Aber die Verbindung, das Ineinanderschauen der beiden, das fortwährende Ineinanderschauen von Geistig-Seelischem und Leiblich-Physischem, das bewirkt das Dritte — wir haben nicht einmal ein ordentliches Wort, wir müssen das Wort von der einen Seite her nehmen -, das bewirkt der Geist. So daß wir sagen können: Zwei verschiedene Aspekte sind Leib, Seele, aber die Verbindung bildet der Geist. Wir müssen wiederum zu der gesunden Vorstellung von Leib, Seele und Geist zurückkehren, sonst werden uns immer Leib und Seele auseinanderfallen. Man kann in dem Seelischen nichts Leibliches, in dem Leiblichen nichts Seelisches finden, solange man nicht den Geist in ihnen, in ihrer Mitte hat.
Cite:
GA 191/1919-10-05/p016 · edition original