Sechster Vortrag

GA 191/1919-10-12/p017 ·1919-10-12 · original (original)
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Man muß nur wissen, wie die Priesterherrschaft immer kämpfte, ja bis heute noch kämpft. Wer zum Beispiel die katholisch-theologische Literatur kennt, der weiß, wie die Priesterherrschaft heute immer noch mit allen möglichen philosophischen Beweggründen kämpft dafür, daß die Intelligenz, die im Menschen sitzt, etwas ist, was hinzukommt zum Menschen. Lesen Sie etwas Beliebiges, was Sie gerade auffangen können aus der katholisch-theologischen Literatur, so werden Sie finden, wie das ja nicht mehr geleugnet wird, was für den gegenwärtigen Menschen sich gar nicht mehr wird verleugnen lassen: daß die übrigen Verrichtungen an dem menschlichen Leiblichen haften. Man will aber retten dasjenige, was die Intelligenz ist, als etwas Göttlich-Geistiges, das nichts zu tun hat mit dem Menschlich-Leiblichen. Für das allgemeine Menschheitsbewußtsein ist es aber nicht so. Für das allgemeine Menschheitsbewußtsein ist es so, daß immer mehr und mehr das Gefühl, die Empfindung entstanden ist: Der Leib ist dasjenige, was einen auch befähigt zu denken, was die Grundlage ist auch der Intelligenz. Und so ist immer mehr und mehr der Mensch zu dem Bewußtsein gekommen, daß er eigentlich nur ein physisches Wesen sei. Und nur unter dem Einfluß einer solchen Geistigkeit, die davon ausgeht, daß man nur ein physisches Wesen sei, konnte der ökonomische Typus Mensch an die Oberfläche dringen.

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Cite: GA 191/1919-10-12/p017 · edition original