Dreizehnter Vortrag
Man findet nicht bloß äußere, mineralisch-natürliche Ursachen, sondern man muß für solche großen Ereignisse, die katastrophenähnlich hereinbrechen über das Erdendasein, Ursachen dazu suchen, die innerhalb des menschlichen Tuns und Treibens selber liegen. Der Mensch gehört eben durchaus zu den Kräften, die innerhalb der Ursachenreihe des irdischen Daseins aufzuzählen sind. Das ist aber nicht nur in bezug auf solche großen Ereignisse der Fall, sondern das ist der Fall auch für alles dasjenige, was fortwährend geschieht. Nur bleibt eben der eigentliche Zusammenhang zwischen den Ereignissen des Kosmos, die sich auf der Erde auswirken, also den tellurischen, den irdischen Ereignissen, und dem, was in dem Menschen vorgeht, zunächst verborgen. Und mit Bezug darauf ist im Grunde genommen unsere ganze Naturwissenschaft nichts anderes als eine große, umfassende Illusion. Denn Sie können nicht, wenn Sie auf die wahren Ursachen zurückgehen wollen, dasjenige studieren, was zum Beispiel außen in der mineralischen, in der pflanzlichen, in der tierischen Welt vor sich geht, wenn Sie bloß stehenbleiben beim Auffinden der Ursachen in der mineralischen, in der pflanzlichen, in der tierischen Welt.
Cite:
GA 191/1919-11-09/p010 · edition original