Fünfzehnter Vortrag
So muß hingewiesen werden darauf, daß es wirklich tief wahr ist, daß die Zukunftsweisheit nur errungen werden kann unter Entbehrungen, Leiden und Schmerzen, daß sie aber zum Heile der Menschheitsentwickelung errungen werden muß im Ertragen der entsprechenden körperlichen und seelischen Leiden. Daher sollte jeder eigentlich das sich zum Grundsatze machen, daß das In-Leiden-Erringen der Weisheit ihn niemals abhalten sollte von dem Verfolgen dieser Weisheit. Was die Menschheit für das äußere Leben braucht, das ist, daß in Zukunft die Gefahr der Erdenerstarrung, des Frostigwerdens, das zuerst in der moralischen Welt eintreten würde, der Erde weggenommen werde. Das kann aber nur dadurch sein, daß die Menschen im Geiste nach und nach alles das sich vorstellen und auch innerlich empfinden und mit ihrem Willen dagegenrennen, was sonst äußerliche physische Wirklichkeit werden würde.
Cite:
GA 191/1919-11-15/p022 · edition original