Siebenter Vortrag
Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts - das habe ich Ihnen sagen müssen — lebt die zivilisierte Menschheit in einer Periode, in welcher die alte Beziehung der Menschenseele zu den übergeordneten Wesenheiten der drei nächsthöheren Hierarchien, der Angeloi, der Archangeloi, der Archai, eine völlig andere wird als sie vorher war. Vorher war diese Beziehung so, daß die Wesenheiten dieser drei Hierarchien wegen ihres eigenen Interesses, also aus ihren eigenen Impulsen heraus, an der Menschheitsentwicklung arbeiteten. Jetzt leben wir in einer Zeitepoche, in der diese Arbeit jener Wesen der höheren Hierarchien abgeschlossen ist. Diese Wesen haben zunächst kein Interesse daran, diese Arbeit an der Entwicklung der Menschheit, die sie bisher ausgeübt haben, fortzusetzen. Sie werden eine neue Beziehung zur Menschheit nur dadurch eingehen, daß die Menschen von sich aus, aus freiem Willen, aus freiem Antriebe beginnen, sich mit den geistigen Welten zu befassen. Würden wir uns in der nächsten Zeit als Menschen nicht aus freiem Willen heraus zur geistigen Welt hinwenden, so würden wir unseren Zusammenhang mit den geistigen Welten verlieren müssen, weil die zu uns gehörigen Wesen der geistigen Welten von sich aus kein Interesse haben, sich mit uns zu befassen. Wir erregen erst wieder ihr Interesse, wenn wir aus unserer Seele heraus uns wieder mit der geistigen Welt befassen, das heißt, Gedanken, Empfindungen, Willensimpulse hegen, in welche geistige Kräfte einfließen können.
Cite:
GA 193/1919-09-13/p004 · edition original