{"corpus":"steiner","locus":"GA 193/1919-09-13/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber auch ein anderes ist wichtig: daß die Menschen der Gegenwart noch eine ganz andere Sprache über die Unsterblichkeit hören müssen, als sie bisher zu hören gewohnt gewesen sind. Nicht allein wird der, welcher die Unsterblichkeitsfrage besprechen wird, anführen dürfen das Leben nach dem Tode, sondern auch jenes Leben, welches hier in der physischen Welt gelebt wird von der Geburt bis zum Tode. Denn Sie wissen, dieses Leben ist ja auch eine Fortsetzung. Es ist die Fortsetzung desjenigen Lebens, welches wir zwischen unserem letzten Tode und jener Geburt zugebracht haben, durch die wirin dieses physische Dasein hereingetreten sind. Und die Menschheit wird dieses physische Leben zwischen Geburt und Tod anschauen lernen müssen als die Fortsetzung des geistigen Lebens vor der Geburt beziehungsweise vor der Empfängnis. Denn in jedem aufwachsenden Kinde werden wir von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Jahr zu Jahr aus dem Inneren aufsteigen sehen müssen, was als Kräfte herauskommt aus den geistigen Welten, was durch die Geburt tritt und arbeitet an der allmählichen Ausgestaltung des Menschenwesens von der Geburt in die späteren Jahre hinein. Enträtseln werden wir gewissermaßen müssen den Gott im Menschen, indem wir in das Leben des Kindes entwickelnd eingreifen. Soziale Beziehungen zwischen den Menschen werden in gewisser Weise etwas aufnehmen müssen von einem religiösen Impuls, der unser ganzes soziales Leben auch im Verkehr von Mensch zu Mensch durchzieht. Aber das Wichtigste, das Wesentliche wird sein, daß wir in die Lage kommen, dieses physische Leben als Fortsetzung eines geistigen, vorgeburtlichen Lebens fühlend anzuschauen, daß wir nicht in jedem Augenblick vergessen, wie der Mensch in diesem physischen Leben eine Fortsetzung hat seines vorgeburtlichen geistig-seelischen Lebens.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1919-09-13","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/193/1919-09-13/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/193/1919-09-13/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/193/1919-09-13/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}