{"corpus":"steiner","locus":"GA 193/1919-09-13/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Fatalismus des Okzidents, Fatalismus des Orients, wir kennen ihn gut. Die Menschen verfielen im Osten - nicht gleich im Anfange -, als sich die Weltanschauung der Maja herausgestaltete, in einen vollständigen Fatalismus. Jede Weltanschauung hat aus ihrer inneren Gesetzmäßigkeit heraus den Trieb, einmal fatalistisch zu werden. Aber heute stehen wir an dem Punkt, wo wir uns sagen müssen: Aus dem Fatalismus muß herausgekommen werden. Von der bloßen Betrachtung, der Kontemplation, muß der Übergang gefunden werden zum Willen, zum Wollen. Wir müssen unser Wollen dadurch impulsieren, daß wir solche Impulse entwickeln, wie ich sie gerade angegeben habe: gegenüber dem Geborenwerden als Fortsetzung des vorgeburtlichen Lebens, gegenüber dem Jungbleiben, bis man weiße Haare und Runzeln bekommt, gegenüber dem Hereinspielen der nächtlichen Arbeit des Angelos in das Tagesleben. Das ist notwendig. Es ist notwendig, daß der Mensch dadurch Impulse aufnimmt für sein Willensleben, indem er dann seinen Interessenkreis erweitert, in dem er nicht nur das sieht, was in sein eigenes persönliches individuelles Leben hereinspielt, sondern sieht, was in der zivilisierten Welt differenziert sich abspielt. Blicken wir nach Westen, wozu wir selbst gehören: wir sehen Ideologie - die innere Welt. Wirklichkeit - die äußere Welt. Blicken wir nach Osten: Ideologie, Maja - die äußere Welt. Wirklichkeit - die innere Welt. Und wir haben in dem Aufeinanderprallen der Menschen der Gegenwart die Aufgabe, willentlich herauszufinden den Weg aus dem, was schon Fatalismus geworden ist in dieser Weltanschauung. Wir müssen diesen Weg suchen; wir werden ihn nur finden, wenn wir Ernst machen können mit etwas, was die Menschen heute noch furchtbar ärgert.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1919-09-13","location":null,"word_count":256,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/193/1919-09-13/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/193/1919-09-13/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/193/1919-09-13/p017","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}