Siebenter Vortrag

GA 193/1919-09-13/p026 ·1919-09-13 · original (original)
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Man kann auf diesem Gebiete furchtbare Erfahrungen machen. Ich habe jetzt in Stuttgart mitgewirkt bei der Einrichtung der Waldorfschule und mußte mir dabei auch die verschiedenen Lehrpläne vorlegen. Wenn ich an die siebziger, achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückdenke, so muß ich sagen, damals waren die Lehrpläne noch etwas klein; da enthielten sie das, was in jeder Klasse durchzunehmen war. Die Lehrziele und der Stoff waren angegeben; in bezug auf alles übrige war der Lehrer noch frei. Jetzt bekommt man Lehrpläne von großem Umfange vorgelegt, und auf der ersten Seite steht: Amtsblatt, Verordnung, und nun ist dann angegeben, so und so soll man beim Unterricht verfahren. Also, was aus der lebendigen Persönlichkeit allein auf die lebendige Persönlichkeit wirken soll, das steht in Gesetzen und Verordnungen, das ist amtlich geworden, das wird verfügt. Das ist der Tod des geistigen Lebens. Dieser Tod des geistigen Lebens führt direkt von Mitteleuropa nach Rom! Das ist das zweite, was wir in uns aufgenommen haben, das Politisch-Rechtliche mit dem Römertum.

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