Erster Vortrag
Wenn Sie diese ganze Sache ins Auge fassen, dann werden Sie sich sagen: Verstehen kann ich die Welt eigentlich nur, wenn ich sie mit Bezug auf die Dreizahl ins Auge fasse. Denn wir haben auf der einen Seite alles dasjenige, was luziferisch ist, auf der anderen Seite alles dasjenige, was ahrimanisch ist, mitten hineingestellt den Menschen, der als ein Drittes, wie im Gleichgewichtszustande zwischen beiden, sein Göttliches empfinden muß. Nur dadurch kommt man mit dem Weltverständnis zurecht, daß man diese Dreiheit zugrunde legt, daß man sich klar darüber ist: Es ist dieses menschliche Leben wie ein Waagebalken (siehe Zeichnung S. 19). Hier das Hypomochlion, da eine Waagschale, das Luziferische, das aber in Wirklichkeit hinaufzieht. Auf der anderen Seite das Ahrimanische, das in Wirklichkeit hinunterzieht. Den Waagebalken im Gleichgewicht zu erhalten, das ist das Wesen des Menschen. Es haben diejenigen, die eingeweiht waren in solche Geheimnisse, immer betont in der geistigen Menschheitsentwickelung, daß man das Weltendasein, in das der Mensch hineingestellt ist, nur im Sinne der Dreizahl verstehen kann, daß man nicht verstehen kann die Welt, wenn man sie gewissermaßen auffassen will in ihrer Grundstruktur im Sinne der anderen Zahlen als im Sinne der Dreizahl. So daß wir sagen dürfen, in unserer Sprache sprechend: Wir haben es zu tun im Weltendasein mit dem Luziferischen, das die eine Waagschale, dem Ahrimanischen, das die andere Waagschale darstellt, und dem Gleichgewichtszustande, der uns darstellt den Christus-Impuls.
Cite:
GA 194/1919-11-21/p022 · edition original