Erster Vortrag
Auf solche Tiefen muß hingeblickt werden, wenn man richtig verstehen will, warum in der Novembernummer der «Stimmen der Zeit» von dem Jesuitenpater Zimmermann darauf hingewiesen wird, daß eines der neueren Dekrete des heiligen Offiziums von Rom den Katholiken bei Strafe, nicht die Absolution in der Beichte zu erlangen, verbietet, theosophische Schriften zu lesen oder zu haben oder sich an irgend etwas Theosophischem zu beteiligen. Das interpretiert der Jesuitenpater Zimmermann in den «Stimmen der Zeit», die früher «Stimmen aus Maria-Laach» geheißen haben, so, daß es vor allen Dingen anzuwenden sei auf meine Anthroposophie, daß also vor allen Dingen darauf gesehen werden müsse, daß diejenigen Katholiken, welche als echte Katholiken von Rom angesehen werden wollen, sich nicht zu beschäftigen haben mit anthroposophischer Literatur. Als einer der Hauptgründe wurde da angeführt, daß unterschieden werde die menschliche Wesenheit in Leib, Seele und Geist, daß also ein Ketzerisches gelehrt werde gegenüber dem Rechtgläubigen, das darin bestehe, den Menschen zu unterscheiden in Leib und Seele.
Cite:
GA 194/1919-11-21/p034 · edition original