Dritter Vortrag

GA 194/1919-11-23/p018 ·1919-11-23 · original (original)
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So sind wir wirklich in dem Gleichgewichtszustande zwischen dem luziferischen und dem ahrimanischen Elemente. Das luziferisch-ahrimanische Element überliefert uns Krankheit und Tod im Physischen, im Seelischen entwickelt es uns all dasjenige, was als Täuschung auftritt dadurch, daß wir das eine oder das andere, was nur der Gedankenwelt, Vorstellungswelt, Phantasiewelt angehört, als eine Wirklichkeit ansehen. In bezug auf das geistige Element ferner dringt gerade die Begierde des Egoismus auf diesem Wege in unser Menschenwesen ein. Nun, so sehen wir verbunden mit der Menschennatur diese Dualität Luzifer-Ahriman. Und wie sich die moderne zivilisierte Menschheit über diese Dualität täuscht, täuschen kann, das habe ich Ihnen an Miltons «Verlorenem Paradies», an Klopstocks «Messias» und an Goethes «Faust» erläutert. Nun handelt es sich darum, daß wir als Menschheit in der Erdenentwickelung an einem Punkt angelangt sind, der sich dadurch charakterisieren läßt, daß wir gewissermaßen die Mitte der Erdenentwickelung schon überschritten haben. Nicht wahr, die Sache ist so (es wird gezeichnet): Die Erdenentwickelung war zunächst eine ansteigende, erreichte einen Höhepunkt, ist seit jener Zeit eine absteigende. Aus gewissen Gründen, die wir heute nicht zu erörtern brauchen, war eine Art von gleichbleibendem Niveau bis in die griechisch-lateinische Zeit, bis in das 15. Jahrhundert herein. Seit jener Zeit ist aber die Erdenmenschheitsentwickelung eine wirklich absteigende.

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