Dritter Vortrag
Die physische Erdenentwickelung ist schon viel länger eine absteigende. Schon in der Zeit, die unserer letzten Eiszeit vorangegangen ist, also vor der atlantischen Katastrophe, begann die absteigende Erdenentwickelung in physischer Beziehung. Das ist etwas, was man heute nicht als Anthroposoph den Leuten zu sagen braucht, das ist etwas, was die Geologie bereits weiß, wie ich öfter erwähnt habe, daß, indem wir heute über die Erdschollen hinüberschreiten, an zahlreichen Erdenstellen wir bereits die absteigende Erdenrinde zu überschreiten haben. Sie brauchen nur in besseren Geologien die Beschreibungen der Erdenentwickelung nachzulesen, so werden Sie das auch heute schon als das Ergebnis der physischen Wissenschaft konstatieren können, daß die Erde auf der absteigenden Stufe ihrer Entwickelung ist. Aber auch dasjenige, was in uns Menschen west, das ist auch in absteigender Entwickelung. Wir haben nicht mehr zu rechnen darauf als Menschen, daß uns aus unserer Leibesentwickelung herauf noch irgendein Aufschwung kommt. Wir müssen den Aufschwung ergreifen dadurch, daß wir auf den Menschen hinschauen lernen in dem, wodurch er aus der Erdenentwickelung hinaus zu den folgenden Gestalten der Erdenentwickelung führt. Wir müssen lernen auf den Zukunftsmenschen schauen. Das heißt michaelisch denken. Ich will Ihnen genauer charakterisieren, was michaelisch denken heißt.
Cite:
GA 194/1919-11-23/p020 · edition original