Dritter Vortrag
Wenn Sie heute Ihrem Nebenmenschen gegenübertreten, so treten Sie ihm eigentlich mit einem ganz materialistischen Bewußtsein gegenüber. Sie sagen sich, wenn Sie dieses auch nicht laut, nicht einmal im Gedanken sagen, aber Sie sagen es sich eigentlich in den intimeren Gründen Ihres Bewußtseins: Das ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, das ist ein Mensch aus Erdenstoffen. Sie sagen sich das auch beim Tiere, Sie sagen sich das auch bei der Pflanze. Aber das, was Sie sich da Mensch, Tier, Pflanze gegenüber sagen, sagen Sie sich mit Recht nur dem Mineral gegenüber, nur der mineralischen Wesenheit gegenüber. Fassen wir gleich den extremsten Fall, den Menschen, auf. Nehmen wir, so wie er durch die äußere Erscheinung formiert ist, den Menschen zunächst in bezug auf seine äußere Gestalt. (Es wird gezeichnet): Das, was er so als seine äußere Gestalt ist, das sehen Sie gar nicht in Wirklichkeit, dem treten Sie gar nicht mit Ihrem physischen Wahrnehmungsvermögen entgegen, sondern das ist ausgefüllt, sogar zu mehr als neunzig Prozent, mit Flüssigkeit, mit Wasser. Und das, was da als Mineralisches ausfüllt die Gestalt, das sehen Sie mit Ihren physischen Augen. Was der Mensch von der äußeren mineralischen Welt mit sich vereinigt, das sehen Sie.
Cite:
GA 194/1919-11-23/p021 · edition original