Dritter Vortrag
Den Menschen, der das vereinigt, den sehen Sie nicht. Sie reden nur richtig, wenn Sie sich sagen: Dasjenige, was da vor mir steht, das sind die Stoffpartikelchen, die die menschliche Geistgestalt in sich aufspeichert, das macht mir das Unsichtbare, was da vor mir steht, sichtbar. — Der Mensch ist unsichtbar, richtig unsichtbar. Sie alle sind hier, wie Sie hier sitzen, unsichtbar für physische Sinne. Nur sitzen so und so viele Gestalten da, die haben durch eine gewisse innere Anziehungskraft Stoffpartikelchen so angesammelt (es wird gezeichnet): Die sieht man, diese Stoffpartikelchen. Man sieht nur Mineralisches. Die wirklichen Menschen, die hier sitzen, sind unsichtbar, sind übersinnlich. Daß man sich mit vollem Bewußtsein in jedem Augenblick seines wachen Lebens so etwas sagt, das macht die michaelische Denkweise aus, daß man aufhört, den Menschen anzuschauen als dieses Konglomerat von mineralischen Partikelchen, die er nur in einer gewissen Weise anordnet. Die Tiere tun es auch, die Pflanzen tun es auch, nur die Mineralien tun es nicht. Daß man sich dessen bewußt wird: Wir wandeln unter unsichtbaren Menschen — das heißt michaelisch denken.
Cite:
GA 194/1919-11-23/p023 · edition original