{"corpus":"steiner","locus":"GA 194/1919-11-23/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sehen Sie, das ist michaelisch denken: einzusehen, daß wir uns im Wesen ja gar nicht unterscheiden von den übersinnlichen Wesenheiten. Die Menschheit konnte ohne dieses Bewußtsein auskommen, als ihr noch die Minerale etwas gaben. Aber seit die mineralische Welt in absteigender Entwickelung ist, ist der Mensch angewiesen, hineinzuwachsen in eine geistige Auffassung seiner selbst und der Welt. Daß wir die innere Kraft finden können, daß wir wirklich nicht mit dem Bewußtsein durch die Welt zu gehen brauchen, diese regelmäßige Stoffpartikelchen-Anhäufung sei der Mensch, sondern der Mensch sei ein übersinnliches Wesen, diese Stoffpartikelchen deuteten uns nur hin mit einer Gebärde der äußeren mineralischen Welt: da ist ein Mensch - die Kraft, solches Bewußtsein zu entwickeln, die kann der Mensch haben seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts, die kann er in höherem Maße haben. Und nur wegen der ahrimanischen Einflüsse, wie ich sie charakterisiert habe vor acht Tagen hier, wehrt der Mensch dieses innere Bewußtsein zurück, will er an dieses innere Bewußtsein nicht herantreten. Eins hängt mit dem anderen zusammen im Menschenleben. Und:so wie wir unter dem Irrwahn herumgehen, der Mensch sei ein sinnliches Wesen, nicht ein übersinnliches Wesen, so gehen wir unter anderen Irrwahnen herum. Wir sprechen von Entwickelung und denken immer, nun, das geht so hintereinander vorwärts, immer weiter und weiter. Sie wissen, das war nicht möglich, eine solche Entwickelung künstlerisch zu gestalten an unserem Bau. Als ich die Kapitäle ausgestaltete, da mußte ich das erste, zweite, dritte Kapitäl in aufsteigender Entwickelung zeigen, das vierte steht in der Mitte, das fünfte steht in absteigender Entwickelung, das sechste ist wieder einfacher, das siebente am einfachsten wieder. Da mußte ich zu der aufsteigenden Entwickelung die absteigende Entwickelung hinzufügen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1919-11-23","location":null,"word_count":277,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/194/1919-11-23/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/194/1919-11-23/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/194/1919-11-23/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}