Dritter Vortrag

GA 194/1919-11-23/p029 ·1919-11-23 · original (original)
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Dadurch kommt Stärke in die Menschheitsentwickelung, und von dieser Stärke kommt auch die Möglichkeit, jene innere Bewußtseinsverfassung zu haben, die uns nun wirklich über die Täuschung hinweghebt, der Mensch bestehe ja in seinem wahren Wesen in den übereinandergetürmten Stoffen, mineralischen Stoffpartikelchen, die er nur in sich zusammengezogen hat. Heute könnte man eigentlich schon physisch sagen, daß der Mensch wahrhaftig in seiner Wesenheit gar nicht das Kennzeichen trägt für die mineralische Natur, die äußerlich physische Natur. Das äußere Mineral ist schwer. Aber dasjenige, was uns zum Beispiel befähigt, Seelisches zu entwickeln — ich sage jetzt nicht das Intelligente -, das ist nicht an die Schwere gebunden, sondern an das Gegenteil der Schwere, an dasjenige, was man den Auftrieb der Flüssigkeit nennt. Ich habe es Ihnen ja dargestellt bei anderen Gelegenheiten, wie unser Gehirn im Gehirnwasser schwimmt. Wenn es da nicht schwimmen würde, so würden die darin liegenden Blutäderchen erdrückt. Als Archimedes einmal im Bade war, da fand er, daß er leichter würde, und war so erfreut, daß er damals sein Heureka rief. Sie haben ja das alles in der Physik gelernt. Wir leben also nicht vom Heruntergezogenwerden seelisch, sondern wir leben vom Hinaufgezogenwerden. Nicht dadurch, daß unser Gehirn schwer ist, sondern daß unser Gehirn durch sein Schwimmen in der Gehirnflüssigkeit leichter ist, dadurch leben wir eigentlich seelisch. Wir leben durch dasjenige, was uns von der Erde wegzieht. Das kann man heute sogar schon physisch sagen.

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Cite: GA 194/1919-11-23/p029 · edition original