{"corpus":"steiner","locus":"GA 194/1919-12-14/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Alle diese Dinge müssen heute gesagt werden, denn hier muß aus dem Fundamente heraus erkannt werden, was Inhalt des Zukunftsbewußtseins sein muß. Ebenso, sehen Sie, redet die heutige Entwickelungslehre davon: Der Mensch hat sich heraus entwickelt aus niederen Wesen und so weiter, diese niederen Wesen haben sich bis zu ihm herauf entwickelt. Gewiß, Sie brauchen nur meine «Geheimwissenschaft im Umriß» nachzulesen, so werden Sie sehen, daß das von einer Seite her auch von uns gesagt werden muß. Aber die Sache liegt so, daß wenn wir das menschliche Haupt in Betracht ziehen, so ist dieses menschliche Haupt, wie wir es heute auf unseren Schultern tragen, bereits wiederum in absteigender Entwickelung. Würde unser ganzer Organismus - bitte, mich jetzt wohl zu verstehen — dieselbe Organisation haben wie unser Haupt, so würden wir fortwährend sterben müssen. Wir leben nur durch dasjenige, was in unserem übrigen Organismus Vitalkraft ist und immer heraufgeschickt wird in das Haupt. Die Kräfte, durch die wir zuletzt sterben, sind in unserem Haupt waltend, sind in unserem Haupte. Das Haupt ist ein fortwährend absterbendes Wesen, es ist in rückläufiger Entwickelung. Deshalb kann im Haupte auch das Seelisch-Geistige seine Entwickelung gewinnen. Denn wenn Sie sich schematisch das Haupt vorstellen, so müssen Sie sich vorstellen: seine aufsteigende Entwickelung ist bereits in eine rückwärtige Entwickelung übergegangen; hier ist eine Leere. (Es wird gezeichnet, siehe Schema unten.) Und in das Leere, in das fortwährend Zerstörtwerdende geht Seele und Geist hinein. Das ist buchstäblich wahr. Wir tragen durch unser Haupt Seele und Geist aus dem Grunde, weil unser Haupt bereits in absterbender Entwickelung ist. Das heißt, in unserem Haupte sterben wir fortwährend. Und der Unterton von Wollen, der unserem Denken eignet, der liegt in unserem Haupte. Aber dieser Unterton von Wollen, der ist ein fortwährender Antrieb, ein fortwährender Impuls zum Sterben, zum Überwinden der Materie.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1919-12-14","location":null,"word_count":300,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/194/1919-12-14/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/194/1919-12-14/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/194/1919-12-14/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}