{"corpus":"steiner","locus":"GA 194/1919-12-14/p041","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und hier bin ich an dem Punkt, auf den ich gestern hinwies. Wenn, sagen wir, ein erkennender Mensch selbst noch der Griechenzeit, ja der Zeit bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts, hinwies auf die Phänomene, auf die Erscheinungen von Geburt und Tod des Menschen, so konnte er hinweisen auf die Götterwelt, hinweisen, wie gewoben wird aus den göttlichen Welten heraus das Schicksal des Menschen durch Geburt und Tod. Heute müssen wir anders reden, heute müssen wir so reden, daß dem Menschen das Schicksal bestimmt ist durch seine vorhergehenden Erdenleben und durch die Art und Weise, wie er dadurch bestimmt ist, die Kräfte schafft, nach denen die göttlichen Welten an ihn herankommen können. Wir müssen lernen, umgekehrt zu denken in bezug auf das Verhältnis des Menschen zu den göttlich-geistigen Welten, wir müssen lernen, im Menschen die Quelle zu suchen, aus der heraus sich die Kräfte entwickeln, durch welche die einen oder die anderen göttlichen Wesen an einen herankommen können. An diesem wichtigen Zeitpunkt der Erdenentwickelung sind wir einmal angelangt. Und was äußerlich geschieht, das muß heute verstanden werden als ein Ausdruck für innerliches Geschehen, das nur verstanden werden kann vom Gesichtspunkte geisteswissenschaftlicher Einsicht. Jeder Mensch hat die Möglichkeit heute, ich möchte sagen, die äußersten Mündungen der Geschehnisse zu beobachten. Es sind ja genug Menschen gemordet worden in den letzten vier bis fünf Jahren. Zehn bis zwölf Millionen sind es in der zivilisierten Welt mindestens, wahrscheinlich mehr, dreimal so viel sind zu Krüppeln geschlagen worden in den verschiedenen Ländern, unsere Zivilisation hat es wirklich herrlich weit gebracht! Aber das wird man nach und nach erkennen müssen als die Mündungen, und die Quelle wird man zu suchen haben bei dem, was in den menschlichen Seelen vorgeht bei jenem Sich-Entgegenstemmen gegen die hereinbrechen-wollende geistige Welt, die das Menschenwesen in die Zukunft tragen will. Und alle Dinge müssen heute von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, das heißt vertieft werden, richtig vertieft werden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1919-12-14","location":null,"word_count":317,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/194/1919-12-14/p041","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/194/1919-12-14/p041"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/194/1919-12-14/p041","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}