Elfter Vortrag
Erstens, wodurch unterscheiden wir uns von der Tierwelt? Die Tiere gehen hin, holen sich ihre Nahrung, soweit sie da ist, nach ihren eingepflanzten Instinkten. Wenn nicht genug da ist, müssen sie verhungern. Was hat der Mensch voraus? Er arbeitet an dem Zustandekommen der Nahrung. In dem Augenblicke, wo er beginnt zu arbeiten, beginnt der Gedanke. Und in dem Augenblicke erst, wo der Gedanke beginnt, beginnt auch die soziale Frage. Und wenn der Mensch arbeiten soll, so muß er einen Antrieb des Arbeitens haben. Die Antriebe, die bisher da waren, werden in der Zukunft nicht mehr da sein. Neuer Antriebe bedarf es zur Arbeit. Und es kann gar nicht die Frage sein: wenn die Leute wiederum arbeiten, so wird alles gut gehen — nein, wenn die Menschen aus einem Weltverantwortlichkeitsgefühle Gedanken geben werden, die ihre Seelen tragen, dann werden die Kräfte, die aus diesen Gedanken hervorgehen, sich überleiten auf Hand und Wille, und Arbeit wird entstehen. Aber alles hängt am Gedanken. Und der Gedanke selbst hängt daran, daß wir unsere Herzen öffnen den Impulsen der geistigen Welt.
Cite:
GA 194/1919-12-14/p047 · edition original