Fünfter Vortrag

GA 196/1920-01-17/p014 ·1920-01-17 · original (original)
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Ich habe vor einigen Tagen hier einen Vergleich gebraucht, der etwas grotesk klingen mag, der aber doch die ganze Sache, wie ich glaube, beleuchten kann. Ich weiß nicht, ob es nicht auch Menschen gibt, welche es als etwas besonders Erlösendes empfinden würden, wenn man überall Aufschriften fände: Verordnung dieser und dieser Behörde: Derjenige, der hier in der Richtung nach vorne geht, muß dem andern ausweichen, der in der andern Richtung geht. - Selbst in bevölkerten Städten kommen ja die Menschen in der Regel miteinander noch aus auf der Straße, sie gehen aneinander vorbei; aus ihrer Vernunft heraus, aus dem, was sie als Impuls in sich haben, stoßen sie sich nicht fortwährend. Diesem Ideal steuert die Menschheit zu. Daß sie das nicht einsieht, das ist ihr Unglück. Es kommt darauf an, auch in den wichtigen Dingen die Direktiven seines Handelns in sich selber zu tragen, so daß der andere sich darauf verlassen kann, auch ohne daß ein gemeinsames Gesetz, das die beiden zu Untermenschen macht, sie aufeinander dressiert, damit der andere sich so verhält, daß der eine neben ihm bestehen kann.

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Cite: GA 196/1920-01-17/p014 · edition original