Fünfter Vortrag
«Rudolf Steiner als politischer Denunziant. Der bekannte theosophische Scharlatan Dr. Rudolf Steiner, der eine Anhängerschaft von Millionen Männer und Frauen beeinflußt, hat im Frühjahr 1919 in Stuttgart einen Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus gegründet, der ursprünglich nur eine religiös-kommunistische Gemeinschaft sein sollte, dann aber in politische Berührung mit den Bolschewisten und Kommunisten geraten ist und jetzt eine sehr seltsame und widerwärtige politische Agitation ausübt. Wir erfahren darüber aus Dresden das Folgende: Aus authentischen Nachrichten geht einwandfrei hervor», - ich bitte, sich diesen Satz «aus authentischen Nachrichten geht einwandfrei hervor» zu notieren! — «daß der Bund für Dreigliederung die Namen aller angeblich im reaktionären Sinn tätigen Offiziere feststellt und gegen diese Material über völkerrechtswidrige Handlungen an Hand von Zeugenaussagen sammelt, das dann der Entente zwecks Auslieferung zugestellt werden soll. Die Richtigkeit derartiger Beschuldigungen ist Herrn Steiner und Genossen vollkommen gleichgültig, und daß sie sogar vor bewußt falschen Angaben nicht zurückschrecken, beweist die Stelle eines Briefes, in dem es heißt: Beschuldigungen von Diebstählen sind zu unterlassen, da die Unwahrheit hier leichter nachzuweisen ist. Ebenso darf man keine zu unglaublichen Beschuldigungen, wie Verstümmelungen von Kindern, erheben.»
Cite:
GA 196/1920-01-17/p034 · edition original