{"corpus":"steiner","locus":"GA 196/1920-01-17/p043","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es geht heute nicht an, weiterzuschlafen, sondern zu wissen, in welchem Sumpf wir drinnenstecken. Es könnte ja leicht sein, wenn über diese Dinge nicht scharf gesprochen würde, daß sich auch in unseren Reihen noch Leute fänden, die zum Beispiel sagten: Soll man nicht doch lieber an all die schönen Herren, die da Briefe fälschen und hernach mit den gefälschten Briefen Zeitungsartikel fabrizieren, schreiben, um sie umzustimmen ? — Es handelt sich heute wirklich darum, die Augen aufzumachen und hinzusehen, was für Menschen unter uns herumgehen, Menschen, denen gegenüber man sich beschmutzen würde, wenn man sich im ernsthaften Sinne mit ihnen einlassen würde. Diese Dinge dürfen nicht einfach verschlafen werden, das muß immer wieder und wiederum gesagt werden. Es muß auf die Zusammenhänge hingewiesen werden. Glauben Sie, daß es ungestraft sein kann, daß zum Beispiel in jenen jesuitischen Blättern, in denen die erlogenen Angaben stehen, von denen ich Ihnen ja auch schon gesprochen habe, jahrelang die Mär herumgetragen worden ist, ich sei ein entlaufener Priester, um dann einfach eine solche Sache zurückzunehmen mit den Worten: Das ist etwas, was man gehört hat, «was sich aber nicht aufrechterhalten ließ» ? — Glauben Sie, daß man ein Recht hat, einem solchen Jesuitenpater zu sagen: Du hast das zurückgenommen, was du verbreitet hast ? - Nein, man hat ihm zu sagen: Du hast in der unverantwortlichsten Weise deine Pflicht verletzt, indem du ungeprüft eine Sache in die Welt gesetzt hast, und deine Zurücknahme bedeutet gar nichts. - Es muß heute mit Moral von jenen Menschen, die noch von Moral etwas verstehen, ernst gemacht werden. Wir haben, durch die ganze zivilisierte Welt gehend, in den letzten fünf Jahren fast nur Erlogenes vernommen, und wir leben noch immer unter den Nachwirkungen der Lüge. Es ist notwendig, diese Dinge ernsthaftig ins Auge zu fassen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-01-17","location":null,"word_count":297,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/196/1920-01-17/p043","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/196/1920-01-17/p043"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/196/1920-01-17/p043","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}